Sachliche Validität
Ein Rechtsklick zeigt, ob ein Satz durch Belege gerechtfertigt ist
Ein Satz heißt sachlich validiert, wenn jede Aussage, die er macht, aus registrierten Quellen und Regeln folgt und kein Beleg ihr widerspricht; in jedem anderen Fall ist er nicht validiert.
Der Viewer prüft den Fließtext eines Notebooks Satz für Satz. Ein Rechtsklick auf einen Absatz öffnet das Menü des Lektors; der Eintrag Gründe der sachlichen Validität zeigt für den angeklickten Satz das Urteil und seine Gründe.
1 Drei Urteile
| Urteil | Bedeutung |
|---|---|
| sachlich validiert | jede tragende Aussage des Satzes ist durch einen Beleg gerechtfertigt; keine ist widerlegt; zwei unabhängige Zerlegungen stimmen überein |
| nicht validiert | mindestens eine Aussage ist widerlegt, ohne Beleg oder mit früheren Sätzen unverträglich |
| keine Sachaussage | der Satz fragt, fordert auf, setzt fest, wertet oder verweist nur auf den Text selbst |
„Nicht validiert“ heißt nicht „falsch“. Es heißt: Die registrierten Quellen reichen nicht, um den Satz zu rechtfertigen. Ein drittes Urteil „offen“ gibt es nicht. Die Prüfung ist so eingestellt, dass kein falscher Satz als validiert erscheint; dafür bleibt mancher wahre Satz unvalidiert, solange ihm eine Quelle fehlt.
2 Was das Fenster zeigt
Oben steht der Satz, darunter das Urteil und die Gründe. Die Gründe nennen jede Teilaussage (Klausel) mit ihrem Status: begründet, widerlegt oder ohne Beleg. Eine begründete Klausel zeigt ihren Beleg mit Adresse, etwa bsdp-objects#124/Inventory Number. Unter Ohne Sachgehalt stehen die Teile des Satzes, die keine Tatsache behaupten. Verträglichkeit mit früheren Sätzen und Registern meldet, wenn der Satz einem früheren Satz des Textes oder einem Register widerspricht, etwa bei einer abweichenden Namensschreibung oder einem unmöglichen Datum.
Die Fußzeile nennt Zeitpunkt der Prüfung, Regelversion, Version der Zerlegungsanweisung und die Prüfzeit. Ändern sich Regeln oder Quellen, steht dort Geltung verloren mit dem Knopf Neu prüfen.
3 Ein Urteil anfechten
Hinter ⋯ liegen die Meldungen:
- Als sachlich falsch melden für einen validierten Satz, der nicht stimmt.
- Als wahr belegen für einen nicht validierten Satz, zu dem es einen Beleg gibt.
- Autor-Beleg zu einer Klausel (nur der Besitzer) trägt eine Quelle nach, die das Register nicht kennt.
Eine Meldung wird einer Fehlerstelle zugeordnet, etwa einer falschen Gleichsetzung in den Regeln oder einer Lücke in den Quellen. Der Lektor schlägt eine Regeländerung vor und prüft sie gegen die Goldens. Der Besitzer übernimmt sie oder verwirft sie.
4 Der Baum zum Satz
Die Gründe eines Satzes lassen sich als Validitätsbaum öffnen, derselbe Baum, der zu einem Notebook-Block mit Begründung gehört. Der Satz ist die Wurzel, die Abteilungen sind die Rollen seiner Klauseln, die Blätter sind die registrierten Gründe und die Dokumente dahinter. Eine Klausel ohne Grund ist eine Lücke mit dem Grund des Lektors, und ein Befund des Lektors ist ein Knoten der Abteilung Einwände. Der Lektor schickt sein Urteil an den Notebook-Dienst (POST /api/validity/baum), der es zum Baum umformt; der Baum wird dort nicht gespeichert. Ein Satz ohne gespeichertes Urteil liefert den Fehler 404, keinen leeren Baum.
5 Ein Satz als Block
Ein Block mit pruefen: satz lässt einen Satz eines Aufsatzes vom Lektor prüfen und legt das Urteil als Bericht famulus-enfolding/1 ab: die Klauseln als Aussagen, ihre Belege als Gründe mit der Adresse ihrer Quelle (lektor@<version>#quelle/<quelle>/<stelle>). Die Version des Lektor-Körpers ist der Hash über die sha1 seiner registrierten Quellen. Das Beispiel pruefungen.fam prüft den Satz „Von 41 Manifesten sind 16 search_ready, 4 partial und 21 not_ready.“ aus famulus-plattform: am 2. Oktober 2026 sind alle vier Kernklauseln aus dem Messlauf vom 23. September begründet, der Satz ist aber nicht validiert, weil die beiden Zerlegungen im Zeitindex nicht übereinstimmen.
6 Ein graduiertes Urteil über eine Liste
Die Zielentfaltung eines Blocks (ziel: entfalten, Syntax) urteilt nicht über einen Satz, sondern über eine Belegliste relativ zu einer Evidenzbasis B@version. Ihr Urteil ist graduiert: validiert, wenn jeder Treffer verbucht, der Raum bewiesen und kein Kandidat offen ist; validiert-mit-rest, wenn der Rest offener Kandidaten unter der Schwelle rest_max liegt — dann gilt die Liste mit dem Quantor mindestens und dem Intervall ihrer Belegzahl; Lücke, wenn der Rest darüber liegt, ein Einwand blockiert oder das Budget ein Teilziel zurückgestellt hat; nicht validiert, wenn eine harte Prämisse fällt. Der Grad ist eins minus Rest, gesenkt durch offene, nicht blockierende Einwände; der Rest ist nach Ursache gezählt (Lesart unter dem Annahmegrad, Verfasser ohne Grund, zurückgestellt). Ein fünftes Urteil, Rückfrage, stellt der Filter, wenn der Raum zu groß, unspezifisch, leer oder widersprüchlich ist: der Block wartet auf die Antwort im Vorspann, statt in einen unspezifischen Raum zu expandieren. Das Beispiel hitler.fam zeigt jeden Schritt mit seinem Abschnitt des Protokolls.
7 Wo die Prüfung liegt
Die Prüfung gehört zum Lektor (ai-lektorat, Port 5114); das Notebook lädt sie mit den übrigen Skripten des Lektors über /lektorat. Verfahren, Regelkatalog und Resolution beschreibt publication/ai-lektorat/docs/sachliche-validitaet.qmd. Der Rauchtest scripts/notebook_smoke.py klickt einen Absatz mit der rechten Maustaste an, öffnet das Fenster und prüft, dass ein Urteil erscheint.
