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3.2 Die Zerstreuung der Kepler-Handschriften

1 Die Zerstreuung der Kepler-Handschriften

Die Kepler-Kommission edierte nicht einen geschlossenen Bestand. Der Handschriftenkatalog teilt die Überlieferung in zwei Gruppen: die ehemals 22 Nachlassbände, „heute mit Standorten in St. Petersburg und Wien“, und die „verbleibenden Handschriftenbestände, die sich verstreut in rund 80 Aufbewahrungsorten in 14 Ländern“ finden (KGW 22, S. 519). Die Angaben zu St. Petersburg, Wien und München beruhen nach dem Katalog auf Autopsie, alle übrigen auf Reproduktionen und schriftlichen Mitteilungen der Institutionen (KGW 22, S. 519).

1.1 Die Nachlassbände

Die 18 Bände, die 1774 nach St. Petersburg kamen, liegen heute im Archiv der Russischen Akademie der Wissenschaften, Abteilung St. Petersburg, Fonds 285 (KGW 22, S. 525). Die Bände, die Hansch der Wiener Hofbibliothek überlassen musste, liegen in der Österreichischen Nationalbibliothek als Cod. 10702, 10703 und 10704 (KGW 22, S. 522).

1.2 Verluste und Funde

Zwischen den Verzeichnissen von Hevelius (1673) und Hansch (1714) ist der Verlust von Teilen der Harmonica und der Übersetzung der Confutatio des Barlaam anzusetzen; „rund 45 Briefe, die in den Aufstellungen Erwähnung fanden“, sind in den Nachlassbänden nicht mehr auffindbar (KGW 22, S. 525). Während der Arbeit am Katalog wurden Blätter neu gefunden; manche erwiesen sich als irrtümlich Kepler zugeschrieben (KGW 22, S. 525).

1.3 Das Verzeichnis der Standorte

Der Katalog nennt die Aufbewahrungsorte in einem „Verzeichnis der Standorte“ (KGW 22, S. 533 f.). Der Block liest dieses Verzeichnis aus der Sammlung kepler-prim und ordnet jeden Ort dem Staat zu, in dem er heute liegt. Die Zuordnung ist eine redaktionelle Ergänzung dieser Publikation; das Verzeichnis selbst nennt nur Stadt, Sigle und Institution.

Die Aufbewahrungsorte der Kepler-Handschriften nach dem Verzeichnis der Standorte in KGW 22, S. 533–534, gezählt nach dem Staat, in dem der Ort heute liegt.

Partitur
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Die Aufbewahrungsorte der Kepler-Handschriften nach dem Verzeichnis der
Standorte in KGW 22, S. 533–534, gezählt nach dem Staat, in dem der Ort heute
liegt.

16 Sätze.

bestanden

Das Verzeichnis führt 93 Institutionen in 63 Orten und 15 Staaten sowie einen Eintrag „Privateigentum“ (Block kgw22-standorte). Die Einleitung des Katalogs spricht von rund 80 Aufbewahrungsorten in 14 Ländern (KGW 22, S. 519). Die Differenz hat zwei mögliche Gründe, die der Katalog nicht entscheidet: Das Verzeichnis schließt St. Petersburg und Wien ein, deren Nachlassbände die Einleitung getrennt zählt, und die Zählung der Länder kann den Grenzen zur Zeit der Bearbeitung folgen. Die Frage bleibt offen (Lücke).

1.4 Die Münchner Kepleriana im Verzeichnis

Zwei Stücke der Münchner Kepleriana gehören zu dieser Streuung. Die Briefe Keplers an Philipp Müller vom 4. und 16./26. Januar 1630 (KGW 18, Nr. 1120 und 1122) druckte KGW 18 nach Abschriften in Paris (KGW 18, S. 414 und 416). Die Begleitblätter der Münchner Reproduktionen nennen als Aufbewahrungsort der Originale die Historical Society of Pennsylvania in Philadelphia (Dok. 7, S. 1 und 3; Dok. 8, S. 1); das Verzeichnis der Standorte führt „Philadelphia HSP Historical Society of Pennsylvania“ (KGW 22, S. 534), und der Katalog nennt die Bestände: Nr. 1120 in der Gratz Collection, Nr. 1122 in der Dreer Collection (KGW 22, S. 683). Abschnitt 3.3 beschreibt diese Stücke.