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3.4 Ausblick: KGW-ai

1 Ausblick: KGW-ai

Die Kepler-Kommission sicherte das Material ihrer Edition, indem sie es photographierte: Dycks Sammlung umfasste über 12000 Blätter (KGW 1, S. IX). Mit KGW 22 liegt seit 2017 der letzte der 22 Bände vor (KGW 22, S. 535 und Impressum). Eine Fortsetzung kann an beiden Beständen ansetzen, an den gedruckten Bänden und an den Handschriften.

1.1 Was der Pilot zeigt

Der Pilot dieser Publikation hat drei Teile, die sich auf die KGW übertragen lassen:

  1. Faksimile und Transkription einer Seite in einer Grammatik. Jede Seite der Münchner Kepleriana liegt als Faksimile und als Transkription nach der DTD page_letter vor; Register, Briefe und Notizblätter haben eigene Elemente. Für die Handschriften Keplers kommen Streichungen, Einfügungen und Ergänzungen des Bearbeiters hinzu (del, add, supplied).
  2. Prüfstand jeder Lesung. Eine maschinelle Transkription gilt als übereinstimmend gelesen, wenn eine zweite, unabhängige Lesung dasselbe ergibt; sonst ist sie ungeprüft und geht an den Lektor. Bei den maschinenschriftlichen Registern stimmten die Lesungen überwiegend überein, bei Keplers Handschrift und der deutschen Kurrentschrift der 1930er Jahre nicht (Abschnitt 3.3).
  3. Belege aus Blöcken. Die Zahlen des Textes werden in Notebook-Blöcken aus den Sammlungen gelesen und gegen ein erwartetes Ergebnis geprüft.

1.2 Eine KGW-ai

Für die KGW selbst liegen die gedruckten Bände bereits als PDAI-Sammlung kepler-prim vor, 27 Dokumente mit dem Stand partial (Sammlung kepler-prim, status.json). Eine AI Edition der KGW hätte nach dem Entwurf des Projekts KGW-ai (Projektunterlagen bayerischeAkad.md, 2024) diese Bestandteile: die Retrodigitalisierung der KGW, Faksimiles der Handschriften, Transkription, Übersetzung, Kommentar und Erläuterung sowie eine Suche über alle Bestände. Die Handschriften, auf die es ankommt, sind die Nachlassbände in St. Petersburg (Fonds 285) und Wien (Cod. 10702–10704) und die verstreuten Blätter der rund 80 weiteren Aufbewahrungsorte (KGW 22, S. 519).

1.3 Offene Fragen

Die Arbeit an dieser Publikation hat Fragen hinterlassen, die in den Quellen des Projekts nicht zu beantworten sind:

  • Wer legte die Register der Korrespondenz an, und in welchem Bestand liegen sie heute? (Anfrage an die Bayerische Akademie der Wissenschaften.)
  • Wo liegen Dycks Reproduktionen von 1928–1934 (KGW 22, S. 524) heute, und ersetzen sie Blätter, die seither verloren gingen?
  • Wer waren die Käufer „Ehinger“ und die Münzrätin „Trümmer“, bei denen die Nachlassbände nach 1721 lagen?
  • Die Geschichte der Sternwarte Pulkowo und die Akten der Kepler-Kommission sind noch aus der Literatur und den Archiven zu erarbeiten (Quellenstand, Anhang).